Mittwoch, 3. April 2013

Das neue Semester...



Das lang ersehnte Studium hat begonnen und ich war überrascht, wie viele Kommilitonen ich habe und was sie alle für eine spannende Geschichte haben. Viele arbeiten schon länger als Lehrer und müssen die pädagogische Ausbildung nachholen. Man merkt, dass sie alle Freude daran haben ihren Beruf noch einmal zu reflektieren und ihre Erfahrungen zu diskutieren. Ich glaube, ich werde viele interessante Menschen kennenlernen können.
Die erste Einheit: „Einführung in die Bildung“ gefällt mir sehr gut. Sie soll dazu anregen das, was in der Schule passiert kritisch zu bedenken. Es geht nicht darum vorgefertigte Informationen an die Hand zugeben. Es gibt für jedes Treffen einiges zu Lesen und es müssen kleine Arbeiten in Gruppenarbeit angefertigt werden. Auf den ersten Blick finde ich das schwierig. Ich kann verstehen, dass man die Texte und Themen mit anderen diskutieren soll, aber ob jemand nun alles begriffen hat und es anwenden kann, zeigt sich doch am ehesten darin, dass er den Text alleine verfasst, an Hand dessen dies dann überprüft wird. Außerdem ist die Gruppenarbeit ein ziemlicher Zeitaufwand. In Chile ist das aber eine sehr übliche Arbeitsmethode… In meiner Situation als Nichtmuttersprachlerin im Spanischen kommt mir die Gruppenarbeit allerdings sehr entgegen. Ich denke, dass meine Gruppe für die erste Arbeit gut zusammengearbeitet hat. Ich konnte viele Gedanken einbringen. Doch ich bin noch nicht so fähig wie meine chilenischen Partnerinnen, mich im akademischen Niveau schriftlich auszudrücken. Ich war erstaunt, wie sie das, was ich aussagen wollte, in präzise Sätze und Wortkonstruktionen festhielten.
Leider werde ich nun doch noch nicht selbst Religionsunterricht halten, sondern nur Praktikum machen, dass ich als Vertretung vorgesehen war, war in der Dt. Schule untergegangen. Das war für mich ein bisschen unschön, denn ich hatte mit der Verantwortung schon fest gerechnet. Wenigstens habe ich daraus gelernt, dass man sich bei solchen losen Vereinbarungen früh genug rückversichern sollte.
Sehr gut ist der Bibellesekreis angelaufen. Ich freue mich, dass die Gruppe weiter wächst. Dieses Semester lesen wir den ersten Timotheusbrief und den ersten Korintherbrief. Ich bin selbst überrascht, wie man durch die Diskussionen die Texte neu entdeckt.
Gespannt bin ich, wie sich die Jugendgruppe entwickelt. Es sind einige Schüler hinzugekommen, die sich auf dem Jugendlager angefreundet haben. Die älteren Jugendlichen ziehen sich dagegen mehr zurück und finden sich in dem Bibellesekreis wieder. Für mich ist es nicht so leicht herausfinden, was die Jugendlichen wollen und was sie motiviert. Ich will in diesem Semester schauen, dass die Initiative mehr von den Jugendlichen kommt, ich sie aber bei ihrer Eigenorganisation unterstütze und begleite. Ich habe dass Gefühl, wenn die Jugendlichen sich gegenseitig motivieren und einladen, stößt das auf  mehr Interesse. Nur fällt es ihnen nicht leicht sich zu strukturieren. Genau dabei kann ich dann helfen und mit ihnen Ideen entwickeln.

Den chilenischen Führerschein habe ich nun mittlerweile. Leider musste ich ihn recht bald neu beantragen, da ich mein Portemonnaie verloren hatte.

Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen